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13. Juli 2008, 21:56

Bloss eine Fotokopie…

von Rudolf Amstutz

T-Bone Burnett ist gar nicht zufrieden mit der Soundqualität von heute. Das will er nun ändern. Mit John Mellencamps neuem Album präsentiert der Singer/Songwriter ein neues Soundformat. 

Wenn T-Bone Burnett in Sachen Musik was sagt, dann sollte man hinhören. Denn der Mann weiss, wovon er spricht. Seit dem Filmsoundtrack zu «O Brother, Where Art Thou?» und dem hinreissenden von ihm produzierten und arrangierten Album «Raising Sand» von Robert Plant und Alison Krauss kennt ihn ja auch die breitere Öffentlichkeit. Zudem ist ja seit einigen Wochen auch sein aktuelles Album «Tooth Of Crime» (Nonesuch) in den Läden. In einem Interview mit dem New Yorker Radiosender WNYC äusserte sich nun der Singer/Songwriter-Veteran besorgt über die Tonqualität, die man dem Konsumenten zumutet. Er sei erschüttert ob der Tatsache, dass die Qualität, die er im Studio zu hören bekomme, so gar nichts mit dem zu tun habe, was letztlich beim Hörer lande. «Heute», sagte er, «hört man bloss noch die Fotokopie eines Polaroids einer Fotografie eines Gemäldes». Das will er nun ändern. John Mellencamps neues Album «Life Death Love And Freedom» (Hear Music) ist nun die erste Platte, die mit einer völlig neuen Soundcodierung auf den Markt kommt. T-Bone Burnett hat dafür das sogenannte CODE-Format entwickelt. Das Album hat allerdings nur auf einer DVD Platz, deshalb wird zusätzlich zum neuen Format auch eine herkömmliche CD ohne Aufpreis mitgeliefert. Mit dieser Technik, meint Burnett, sei es endlich möglich zu hören, was wirklich im Studio eingespielt wurde. Und: Plattensammler aufgepasst! Sämtliche in der Vergangenheit digital eingespielten Alben, lassen sich nachträglich ins neue Format umcodieren. Will heissen: es wird eine ganze Flut an Neuveröffentlichungen geben. Als ich die Ehre hatte, im Jahre 2001 Bob Dylan zu interviewen, prangerte auch er die schlampige Qualität seiner Alben an. Die Tatsache, dass er und Burnett dicke Freunde sind (gemeinsam bestritten sie Bob Dylans Rolling Thunder Revue), lässt hoffen, dass in Zukunft endlich auch das Werk von Dylan in einer repräsentativen Qualität erhältlich sein wird. Wie das Ganze wirklich klingt: sobald ich Mellencamps Album getestet habe, werde ich meine Eindrücke an dieser Stelle mitteilen. Das Interview von Burnett mit WNYC kann man sich hier anhören. (Bild: T-Bone Burnett @ Nonesuch)

 

 

Eine Reaktion zu “Bloss eine Fotokopie…”

  1. Mutz schrieb am 13 Juli 2008, 23:20

    Was soll das bringen, CDs/Platten nachträglich in ein neues Format zu konvertieren? Die Tonqualität verbessert sich ja nicht - es können keine Informationen dazu gezaubert werden die nicht vorhanden sind. Eine Digitale 16bit/44.1kHz-Aufnahme bleibt was sie ist…

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