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20. Juli 2008, 23:01

Wer Präsident werden will…

von Rudolf Amstutz

Ja, was braucht es eigentlich, damit die Chancen reel sind, um in den USA Präsident werden zu können? Man braucht von dermassen vielen verschiedenen sozialen und politisch gesinnten Menschen Zustimmung, dass der inhaltliche Spagat eines Kandidaten kaum zu verhindern ist. Und da der Sommer lang ist, und die Kandidaten sich eine Auszeit kaum leisten können, geht beinahe jedes Statement unters Mikroskop der Fernsehsender, die sich ja nicht ohne Grund sauteure Analysten leisten, und die wiederum sich auch bei über dreissig Grad Temperatur in gekühlten Räumen heissreden wollen. Barack Obama ist diese Woche in Afghanistan, im Irak und in Europa unterwegs und will dabei möglichst gute und präsidentschaftliche Figur machen, während John McCain von Ort zu Ort reist, um in Town Hall Meetings den Wählerinnen und Wählern klar zu machen, dass der Krieg in Irak nicht nur kurz vor dem (erfolgreichen) Ende steht, sondern dass das Engagement im Nahen Osten auch zum Wohlstand in den USA beiträgt, was wiederum nicht alle verstehen, aber das ist eine andere Geschichte. Genauso wie jene, in der McCain immer wieder von der Tschechoslowakei spricht, obwohl es dieses Land doch seit 1992 nicht mehr gibt. Aber ein kalter Krieger bleibt ein kalter Krieger. Und die Welt war damals ja schliesslich auch viel einfacher zu begreifen, da klar unterteilt in Gut und Böse.

Aber eben, die Welt ist komplizierter geworden. Und um Präsident zu werden, braucht es das Geschick, das Komplexe einfach darzustellen. So dass jeder denkt, er hätte alles verstanden. Hendrik Hertzberg hat im «The New Yorker» in zwei Sätzen bestens zusammengefasst, was es braucht, um letztlich ins Weisse Haus einziehen zu können. Besser kann man die Herausforderrung kaum in Worte fassen:

 

«Winning a Presidential election doesn’t require being all things to all of the people all of the time, but it does require being some things to most of the people some of the time. It doesn’t require saying one thing and also saying its opposite, but it does require saying more or less the same thing in ways that are understood in different ways.»

 

Den ganzen Artikel von Hertberg über Barack Obama und The Art of Flip-Flopping kann man hier nachlesen.

Eine Reaktion zu “Wer Präsident werden will…”

  1. Sung Dekort schrieb am 11 Juli 2010, 11:13

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