John McCain hätte die gestrige Debatte gewinnen müssen, um die Dynamik zu ändern. Er tat dies nicht. Derweil bellen seine Bluthunde rund um ihn herum und versuchen die Diskussion grundlegend zu verschieben.
Allen war klar: John McCain hätte an der gestrigen Debatte in Nashville, der zweiten von insgesamt drei Debatten, etwas aus dem Ärmel zaubern müssen, um die Dynamik des Wahlkampfes zu ändern. Er tat es nicht. Zudem wirkte er neben Barack Obama wie ein grimmiger alter Mann, der in der Vergangenheit suhlte, um seine Qualitäten hervorzuheben. Er erwähnte mehrmals Ronald Reagan, einmal bezeichnete er ihn gar als «meinen Helden». Im Verhältnis zu Russland bemühte er den KGB-Vergleich und in Sachen Steuern und Wirtschaft seinen Ruf als Washington-Maverick, der den Lobbyisten und korrupten Politikern seit über zwei Jahrzehnten den Garaus machen will. Dies widerspricht in vielen Fällen seinen tatsächlichen Leistungen und scheint zudem weit entfernt von der Gegenwart, in der der Dow Jones erneut um 500 Punkte sank.
Erneut schaffte es John McCain, der aus besserem Haus stammt, nicht, ein einziges Mal die Mittelklasse zu erwähnen. Und einmal verwies er auf seinen Gegner als «Der da» und zeigte Richtung Obama. Nicht nur dies kam bei den Wählerinnen und Wählern nicht gut an. Umfragen, die nach der Debatte veröffentlicht wurden, zeigten Obama in fast allen Bereichen überlegen. Eine CNN-Umfrage zeigte Obama nicht nur als grundsätzlicher Sieger (54% im Gegensatz zu 30% für McCain), sondern – und dies ist überraschend – auch als jener Kandidat, der den Befragten als der stärkere Leader erscheint (54% zu 43%). Dies entzieht McCain einen der letzten Faktoren, die er gegen seinen demokratischen Gegner benutzte: dass er der Erfahrene und deshalb der Qualifiziertere der beiden ist.
Obama zeigte sich wie in der ersten Debatte: ruhig, gelassen und souverän. Er braucht keine Initiative zu übernehmen, da sich mittlerweile auch in einstigen republikanischen Staaten wie Virginia oder Colorado eine Führung für ihn abzeichnet. Die dritte und letzte Debatte wird in einer Woche stattfinden. In meinem morgigen Beitrag werde ich mir einige Gedanken zur gesamten McCain-Debatte machen. Den diese läuft auf verschiedenen Ebenen ab. Und eine dieser Ebenen kann den Wahlkampf auf gefährliches Terrain führen. Wehe, wenn die Bluthunde losgelassen…














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