Die dritte und letzte Debatte der diesjährigen Präsidentschaftswahl in den USA ist vorbei. Fazit: John McCain ist es wieder nicht gelungen, ein substanzielles Argument gegen einen möglichen Präsidenten Barack Obama vorzubringen. Ihm bleiben noch drei Wochen, um seine Kampagne endlich auf einen geraden Kurs zu bringen.
Zuerst dachte man, er hätte einfach die falschen Leute um sich geschart. Die wechselnden, sich widersprechenden Aussagen über die Wirtschaftskrise, gepaart mit den Anschuldigungen an seinen Gegner, er sei ein unpatriotischer Sympathisant von Terroristen und die zusätzliche immer höher werdende Halbwertszeit seiner Vizepräsiudentschaftskandidatin liessen diesen Schluss zu.
Doch jetzt, da Zeitungen immer wieder den politischen Lebenslauf McCains Revue passieren lassen, diese Karriere eines selbsternannten Mavericks, der statt eine Linie zu verfolgen, lieber Haken wie ein Kaninchen schlägt, entpuppt sich seine Kampagne als nichts weiter als die Reflektion der eigenen Persona. John McCain funktioniert als Einzelperson im Senat wunderprächtig, als möglicher Präsident in Krisenzeiten scheitert er kläglich in seiner Präsentation.
Barack Obama dagegen spielte einmal mehr aus der Defensive heraus. Die jüngsten Umfragen zeigen in landesweit mit 8 bis 14 Prozentpunkten vorne. Das heisst für ihn: den anderen kommen lassen und nichts anbrennen lassen. Bei den Elektoren sind zurzeit nur noch sechs Staaten auf der Kippe, die vor vier Jahren allesamt für George W. Bush gestimmt haben. Will heissen: wenn heute gewählt würde, könnte McCain diese Staaten, zu denen auch Florida und Ohio gehören, allesamt gewinnen und es würde ihm nicht reichen.
Die Umfragen der Fernsehstationen kurz nach der Debatte zeigten allesamt wieder Obama als Sieger, dieses Mal gar jene vom rechtslastigen Sender Fox News. Obama blieb einmal mehr ruhig, versuchte beim Thema zu bleiben und liess sich vom angriffigen John McCain nicht irritieren. McCain wirkte unruhig und erneut ungeduldig (eine seiner grössten Schwächen). Er verzog das Gesicht, grinste im falschen Moment und wenn er einmal punktete, dann nur Richtung republikanischer Basis. Doch was McCain braucht, sind die parteilosen Wählerinnen und Wähler. Diese entscheiden die Wahl. Doch die können den ideologischen Argumenten eines Republikaners in diesen schwierigen Zeiten nichts abgewinnen.
Drei Wochen bis zur Wahl sind wenig Zeit, um ein Rennen noch zu drehen. Vor allem für McCain, der auch in dieser Debatte wieder kein Leitmotiv erkennen liess. Die negativen Angriffe auf Obama kommen nur im rechten Lager an. Die Aussenpolitik ist zurzeit kein Thema und in Sachen Wirtschaft schafft es McCain nur bis hin zum altbekannten republikanischen Credo von weniger Steuern und weniger Staat.
Es kann zwar viel passieren in drei Wochen, aber im Falle von McCain muss das Unvorhergesehene nicht nur in Mehrzahl eintreffen, sondern sollte ihm auch noch zugeneigt sein. Mal sehen, welche Haken er in den nächsten Tagen zu schlagen gedenkt, in der Hoffnung er lande blindlings endlich einen Treffer, der sich in positiven Umfragewerten niederschlägt.
Hier als Ergänzung die dritte Debatte in ihrer vollen Länge:














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