18:30 Uhr: Gestern habe ich es dann doch noch in den neuen Jarmusch geschafft, «The Limits of Control». Sehr hübsch, sehr bewegungslos, und sieht einfach nur gut aus. Die Leute und die spanischen Städte und die zwischen «Beruf: Reporter» und «Zabriskie Point» gammelnde Antonioni-Wüste. Das wohl gestaltete nackte Mädchen, der erstklassig angezogene Mann – Kino sei, fand mal Truffaut, wenn schöne Leute schöne Dinge tun.
Natürlich auch die schöne Rita-Hayworth/ Tilda Swinton-Szene, in der daran erinnert wird, dass Orson Welles seine Ex-Frau durch die Blondierung in «Lady From Shanghai» demütigen wollte, weil ja ihre roten Haare das Markenzeichen waren. Sehr lustig wie hier nun die Swinton mit der albernen Wasserstoffperoxid-Perücke ihre roten Haare verdeckt.
Der blaue Anzug mit dem violetten Hemd sah am schicksten aus. Und es gibt einen Geigen- bzw. Saitensubtext, angefangen vom Juan-Gris-Violinen-Bild zu Beginn zum Tod-durch-Saite am Ende.
Erstaunlich wie man, lernt man mal jemanden mit einer Geige oder mit roter Haarfarbe kennen, immer mehr Geigen und rote Haare entdeckt. Oder sich an Charlie Brown und sein beschwärmtes kleines, rothaariges Mädchen erinnert.
Und kaum hat man, nachdem man lange daran gedacht hat und bevor es ihn auf Einzel-DVD gab, über den oft vergessenen «La Vie de Bohème» von Kaurismäki geschrieben, da erwähnt auch schon John Hurt in diesem Jarmusch-Film über Geigen und rote Haare ohne genaue Nennung diese «schöne finnische Verfilmung» des Bohèmestoffes. Verfilmung, habe ich mir von einer dänischen Geigerin sagen lassen, heisst übrigens in Dänemark «Filmatisierung», was mir gut gefällt.
Aus Dänemark kommen andererseits nicht nur rothaarige Mädchen, lustige Wörter und der unerfreuliche Lars von Trier. Sondern auch die grossartigen Legosteine, weil «leg godt» auf dänisch «spiel schön» heisst. Eine Freundin vom Filmfest wiederum hatte mir im Februar zum Filmfest einen Link zur Legoversion der Stand-Up-Nummer «Death Star Canteen» von Eddie Izzard geschickt, die ganz grosse Comedy-Kunst ist. (Ich kannte Izzard vorher gar nicht, aber habe mich jetzt ein bisschen mit ihm beschäftigt und kann daher schon sagen, dass der deutsche Michael Mittermaier, der am Anfang mal schon recht lustig war, irgendwie alles von ihm geklaut zu haben scheint.) Untenstehend jedenfalls der legoisierte Auszug aus seinem Programm «Circles».
Am Wochenende war ich auf einem Vierzigster-Geburtstags-Fest in der Uckermark. Es war sehr schön und die Felder wogten von Weizen und Mohn. Aber ich werde nie mehr Wodka trinken.
Jetzt zu Neil Young.














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