Früher durfte man ja nicht übers Wetter reden. Das taten nur Engländer. In Deutschland nämlich ging alles seinen geregelten Gang. Erst kam das Frühjahr, dann Sommer, Herbst und Winter. Ganz normal. Jetzt gibt es angeblich eine globale Erwärmung. Aber hier, in Berlin, ist es im Juni saukalt. Dafür war im April kurz Sommer. Vermutlich wird auch der November noch drei Hitzetage bekommen. Aber bis dahin hat man sage und schreibe elf Grad. Die blöden Statistiker erzählen einem dann, dass im Mittel alles ok ist. Und man selbst einfach hysterisch. Schlecht daran könnte man finden, dass man offenbar so alt geworden ist, dass man schon anfängt, das Wetter seiner Jugend zu verklären. Cool wiederum ist eigentlich, dass man nun britische Konversation betreiben darf. Was nur besser sein kann als eine deutsche. Wobei auch das wahrscheinlich wieder den Alten entlarvt. Die Jungen finden ja alle Deutschland dufte, weil ihnen die Nazis fern erscheinen wie die Nibelungensage oder wenigstens Wagner.
Man möchte es fast selbst glauben, wenn man sich den wirklich prachtvollen DVU-Clip zur Europawahl ansieht (DVU, das ist so eine Partei, die man selbstverständlich niemals Nazipartei nennen würde, weil das war ja alles vor 45 und Demokratie und so): mit tanzenden Elfenmädchen in Gymnastikkleidung in Ketten, gefesselt von der europäischen Gemeinschaft, die ihnen, so vermutlich die Idee, die völkische Bewegungsfreiheit und Identität, oder was so DVU-Typen an dieser Stelle im Kopf sitzen haben, nimmt. Jedenfalls zeigt der Spot, dass die jungen Leute vielleicht ganz recht haben, wenn ihnen die Nazis keine Angst machen, so wirr und ulkig und um sehr viele rechte Ecken gedacht ist der Quatsch, und kommt dabei auch noch vollkomen lächerlich bilitisartig und softpornografisch daher. Am Ende stammelt dann eine erwachsene Frau in stockender, unsicherer Rede ein paar alberne Sätze. Fast möchte man den Leuten die Daumen drücken, dass ihnen bis zur Wahl irgendein Führer erklärt, wie man mit einem Stift ein Kreuz auf einen Wahlzettel macht. Aber nur fast. Grundsätzlich: von Idioten sollte man sich nicht erschrecken lassen.














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