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	<title>TheBlog.</title>
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	<description>die beilage zum kulurellen überformat</description>
	<pubDate>Mon, 29 Dec 2008 18:37:46 +0000</pubDate>
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		<title>Überwiegend klar (im Kopf)</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Dec 2008 18:37:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.schneider</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[
29.12. 2008 / 3:20 Uhr: Nach einem zauberhaften Abendessen war dann die Total-Bar geschlossen, also für den Privatbesuch reserviert. Keeper P. wiederum erkannte mich noch von den letzten Besuchen mit Verlagsleiter K. und bot mir wenigstens ein schnelles Getränk an, um den weiteren Abend zu planen. Den ich dann mit meinem ehemaligen Redakteur A. im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span>29.12. 2008 / 3:20 Uhr:</span></strong><span> Nach einem zauberhaften Abendessen war dann die Total-Bar geschlossen, also für den Privatbesuch reserviert. Keeper P. wiederum erkannte mich noch von den letzten Besuchen mit Verlagsleiter K. <span id="more-65"></span>und bot mir wenigstens ein schnelles Getränk an, um den weiteren Abend zu planen. Den ich dann mit meinem ehemaligen Redakteur A. im El Lokal verbrachte, wo es enorm und rätselhaft eklektisch zuging, mit riesigen Dia-de-los-muertes- artigen Skeletten an der Decke, einem riesigen Maradonna und kleineren Ches an den Wänden und Eighties-New Wave. A. immerhin war, sagte er, extrem glücklich und will die nächsten Jahre wandernd verbringend, Leute besuchen und sehen wie sie sich so halten draussen in der Welt.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Zurückgelaufen bis zum Lochergut durchs nächtlich-friedliche, aber sehr kalte Zürch. Im Meyer’s waren dann auch nach 2 Uhr noch Leute.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span>13:05 Uhr:</span></strong><span> Schon wieder zurück im Zug. Die Sonne bricht immer wieder durch, die Rheinfälle stürzten gerade türkis, und überraschend unverschmutzte Schneereste liegen an der Strecke. An den Bahnsteigen Tuttlingen und Rottweil stehen hübsche Menschen, die sich herzlich verabschieden – hoffentlich bleiben sie nicht lange getrennt. Aaron Neville singt «I Saw The Light». Dylan: «Most Of The Time», «Oh Mercy»-Outtake vom schönen aktuellen Bootleg-Album, grossartiger Text, Theorie der Bewältigung:</span></p>
<p class="MsoNormal"><em><span>Most of the time</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><em><span>I’m clear focused all around</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><em><span>Most of the time</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><em><span>I can keep both feet on the ground</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><em><span>I can follow the path</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><em><span>I can read the sign</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><em><span>Stay right with it when the road unwinds</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><em><span>I can handle whatever</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><em><span>I stumble upon</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><em><span>I don’t even notice she’s gone</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><em><span>Most of the time</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Weil die Damen S. und D. arbeiten mussten, habe ich mich früher aufgemacht, um rechtzeitig zur zwei Uhr Vorstellung in Stuttgart zu sein, «Buddenbrooks» kontrollieren. Allerdings: Selbst Jessica Schwarz, immerhin eine der Hauptdarstellerinnen als glücklose Tochter Toni, hat sich über die TV-hafte Behäbigkeit der Regie beschwert, eine eher unerhörte und eigentlich auch nicht nette Sache. Mein persönliches Jahresend-New Wave Revival gilt dem schon damals irgendwie altgedienten Punk-Poeten John Cooper Clarke, die mittlere Phase mit den Synthiebeats, «Beasley Street», «Belladonna». Sozialer Realismus ist schon eine schöne Sache, nach all der Apokalypse, die zu Recht die FAS heute beschwört und feiert. Sie hat die schönsten und nachdrücklichsten Kino-Bilder. Wie sie wohl in echt sein wird?</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>So ein beinahe frühlingshafter Sonnentag auf Wiesen ist in seiner naturalistischen Schlichtheit aber auch toll. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span>17:30 Uhr:</span></strong><span> «Buddenbrooks» waren dann doch das grosse TV-Event. Früher wäre das ein Weihnachts-Vierteiler mit Hellmut Lange gewesen, sehr ordentlich alles, mit Treue zum Stoff, nur leider ganz ohne Ironie. Ganz in Ordnung also für die Twilight-Zone bis zum 1.</span></p>
<p><!--EndFragment--> </p>
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		<title>Vom Turm und kältesten Wintern</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Dec 2008 18:53:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.schneider</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aus den Städten]]></category>

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		<description><![CDATA[
27.12.2008 / 12:56 Uhr: Im ICE nach Zürich. Verlagschef K.hat Geburtstag. Die Damen S. und D. warten in der Lieblingslesben-WG. Und später schaut vielleicht noch wer in die Total-Bar. 
 
Eine junge Frau im Sitz vor mir erzählt mit schwerem Schwäbisch von Parties und Djs am Land und von den Weihnachtstagen, die sie zwischen diesen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span>27.12.2008 / 12:56 Uhr:</span></strong><span> Im ICE nach Zürich. Verlagschef K.hat Geburtstag. Die Damen S. und D. warten in der Lieblingslesben-WG. Und später schaut vielleicht noch wer in die Total-Bar. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Eine junge Frau im Sitz vor mir erzählt mit schwerem Schwäbisch <span id="more-64"></span>von Parties und Djs am Land und von den Weihnachtstagen, die sie zwischen diesen und ihrem bäuerlichen Heim inklusiv eines «durchgeknallten Gauls» bewältigt hat.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span>15:23 Uhr:</span></strong><span> Während es gewöhnlich so ab dem 18.12. höchstens noch den einen oder anderen Film zu kontrollieren gibt, weil ausser Privatem kaum noch was passiert, hat man zwischen den Jahren ja immerhin Zeit zu lesen. Daher kann ich hier jetzt vollen Herzens Uwe Tellkamps «Der Turm» jedem ans Herz legen, der einerseits das breitest angelegte epische, schnörklige und doch präzise, kurz: praktisch thomasmannsche Erzählen mag; und andererseits vor rund 1000 Seiten aus der untergehenden DDR nicht zurückschreckt. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Wo ich die Feiertage wie jedes Jahr fast durchweg quasi vegetativ, im Bett liegend, joggend und essend bei meinen Eltern, mit Schwester, Schwager, Nichte und etwa vierzig weiteren An- und Umverwandten in der südwestdeutschen Provinz verbracht habe, diesmal mit allem Schönen zwischen Kanyes «Coldest Winter» und Dylans «Everything Is Broken», hat mich die Familiengeschichte des «Turm», die auch aus der Perspektive des jungen Christian erzählt wird, der zum Zeitpunkt des Geschehens Anfang der Achtziger grob in meinem damaligen Alter ist, auch an meine eigene Vergangenheit erinnert – gleichsam zum Reenactment eingeladen, um das Kunstmodewort des Jahres auch einmal zu benutzen. Bei Diederichsen habe ich neulich vom Loop und seiner Bedeutung für die Subjektwerdung des bürgerlichen Subjekts gelesen, vom Aufbrechen, um anzukommen, woher man eigentlich gestartet war. In einen Loop fällt man natürlich auch beim Besuch bei den Eltern. Zeitschleife, enorm verlangsamt, noch nicht mal eine Bar in Gehweite. Alte Comics, Friedhof, Waldlauf. Die Gärten der längst gestorbenen Grosseltern und der Kindheit. Die rites de passage des jungen Mannes.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Heute gab es die Meldung, der stets etwas alberne Herr Sarkozy wolle die Umstände psychiatrischer Unterbringung in Frankreich verschärfen und die armen, unterversorgten Verrückten im Grunde vollends wegsperren. Ein weiter Weg von den anti-psychiatrischen Ideen der Siebziger und Achtziger, in denen ich ersmals mit amtlichem Irresein zu tun bekam. Im «Turm» geht es um Bürgersleute in der DDR, vor allem um Ärzte und eben den Jungen, der sich um die Abiturszeit mit der Zukunfts- also Aufbruchsfrage beschäftigt. Ich leistete damals meinen Zivildienst – 18 Monate lang, inklusiv eines Praktikums, wofür auch immer – im Irrenhaus, das heisst: einem Übergangswohnheim für psychisch Kranke. Übrigens erschien damals gerade Rainald Goetzens Roman «Irre», der auch vom Ein- und Auszug eines jungen Arztes aus der Psychiatrie erzählt. Goetz ist ja bekanntlich, wie Tellkamp, gelernter Mediziner.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Als Randnotiz meiner andauernden Drogen- und Suchtmittelstudien fiel mir dieser Tage der Bewohner Herr S. ein, ein auf 195 Zentimetern etwa drei Zentner rotgesichtige, älblerische Vehemenz verteilender Herr mittleren Alters. Ihn schüttelten die antihalluzinogenen Medikamente am ganzen Leib, so dass er die beträchtliche Masse nur seltsam schubbernd, wie ein eingedeutschter Ska-Track, durch die Gänge fortbewegen konnte, um sich vorzugsweise vor Zivildienstleistern oder der Küchenmeisterin aufzubauen, sie mit dem Bauch berührend, und mit tiefer, aufgeregter Stimme wegen ihrer zweifelhaften Existenz zu rügen oder die eine oder andere Wahnvostellung, die ihm die Droge noch so eben gestattete, mit ihnen zu teilen. Im Grunde harmlos und sogar hoch ängstlich, aber in seiner machtvollen Röte und Dicke doch auch bedrohlich, lehrte er einen den Respekt vor der Kraft des Wahnsinns. Nahm man nämlich selbst experimentellerweise vom so genannten Haldol, so wölkte sich die Welt bereits bei kleinen Dosen von vielleicht 10 Tropfen nicht unbeträchtlich. Herr S. wiederum schob sich mit etwa 600 davon, über den Tag verteilt, durch seine Welt, die sich immerhin noch auf die angegliederten Werkstätten erstreckte. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Etwas dubios wirkte andererseits immer der einmal wöchentlich anreisende Krankenhauspsychiater, ein im Grunde netter Mensch, mit nur kleineren Ticks, der mich dennoch an den raffiniert mit quietschenden Gabeln folternden Dr. Kilikil aus einer Spirou-Geschichte erinnerte. («QRN sur Bretzelburg», der vage von der DDR inspiriert war, vor allem wohl in den Kleidern aus Papier und den öffentlichen Bussen, die von den Fahrgästen per Pedal betrieben werden mussten, weshalb es unhöflich war, Älteren keinen Stehplatz anzubieten – ich schweife ab.) Interessanterweise fühlte ich mich von Herrn S., der mir schon früh die romantischen Ideen zum Irresein, die man wie die Idee bewusstseinserweiternder Drogen in der Postpubertät noch gerne hegt, austrieb, immer wieder seltsam durchschaut, wenn er seine von Wahn oder Droge aus dem Kopf getriebenen, wässrigen Augen auf mich heftete. Möglich andererseits, dass der eine oder andere Bewohner, ruhelos, wie sie nachts oft durchs Haus streiften, mitbekommen hatte, dass ich gelegentliche Nachtdienste der Beschäftigungstherapeutin B., einer klugen und schönen Endzwanzigerin mit kristallblauen Augen, zum Anlass nahm, auf dem Heimweg von Bar zur elterlichen Schlafstatt noch kurz der Arbeitsstelle einen Besuch abzustatten. Was offiziell natürlich unschicklich war, aber erleichtert wurde durch die ebenerdige Lage des kargen, nur mit einem Schreibtisch und Bett ausgestatteten, Bereitschaftsraumes, der zum Betreten durchs Fenster förmlich einlud.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Jedenfalls führte Herrn S. immer wieder schwer mundartlich geäusserter, stets unbestimmter und vermutlich eher aufs Weltganze zielender Verdacht, er wisse gut, was ich so treibe und könne es keineswegs gutheissen, zu einem diffusen schlechten Gewissen. Es hätte mich auch warnen können, dass die Umtriebe unter keinem gar zu gesunden Stern standen. Die Augen der schönen Therapeutin erwiesen sich später, es war zwischen den Jahren, in der Härte so kristallen wie im Blau. Ich floh natürlich nach Paris, in wenige Monate vorgeblichen Sprachunterrichts. Dann ging es nach Berlin, das damals noch ganz von der im «Turm» beschriebenen DDR umgeben war. Übrigens – und so schliessen wir diesen Weihnachtsbogen von Wahnsinn, Liebe, Untergang und Epik – scheinen Therapeutinnen zur Härte, wo nicht gar Verhärtung und einem übergrossen Hang zur Selbstabgrenzung – den man ihnen zur Pflicht macht – zu neigen. Das führt dann oft zu kältesten Wintern, wie sie selbst Kanye West nicht kennt.</span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Schüttel Dein&#8217; Speck</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 07:23:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.schneider</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[
14.12.2008 / 2:00 Uhr: Am Freitag, noch vorm Basketball, wo ich definitiv Carmelo Anthonys Rekord nicht gefährden konnte, noch im Postfuhramt, zur Eröffnung der, sagen wir mal: monumentalen Austellung des Fotografen Wolfgang Wesener, alias Wowe. Weil wir seit ungefähr zwanzig Jahren bekannt sind und er zuvor schon für die Spex fotografiert hat (ein legendäres, sehr wundes Titelbild [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><span><strong>14.12.2008 / 2:00 Uhr:</strong> Am Freitag, noch vorm Basketball, wo ich definitiv Carmelo Anthonys Rekord nicht gefährden konnte, noch im Postfuhramt, zur Eröffnung der, sagen wir mal: monumentalen Austellung des Fotografen Wolfgang Wesener<span id="more-63"></span>, alias Wowe. Weil wir seit ungefähr zwanzig Jahren bekannt sind und er zuvor schon für die Spex fotografiert hat (ein legendäres, sehr wundes Titelbild von Blixa Bargeld, etwa), kenne ich recht viele der Sachen, die nun auf den beiden ausgiebigen Ebenen der c/o berlin hängen, die das gründerzeitlich stattliche Postfuhramt des auf die Post fixierten Gründerzeit-Architekten Carl Schwatlo auf der Oranienburger Strasse seit zweieinhalb Jahren als Fotogalerie benutzt.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Die Ausstellung heisst «Essence» und zeigt ungefähr das Gesamtwerk der letzten 25 Jahre. Es handelt sich dabei ausschliesslich um Porträts, manchmal im gefaket spontanistischen Duktus seiner frühen New Yorker Zeit in den mittleren Achtzigern, wo er als Hausfotograf für angesagte Szeneläden wie das «Area» Celebrities wie Haring, Basquiat oder Warhol fotografierte. Ziemlich bekannt geworden ist aus dieser Zeit ein s/w Bild mit einem jointhaltenden William Burroughs, der neben einer gut gelaunten pummligen Brunetten sitzt, aus der später Madonna wurde. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Im «Area» war ich sogar auch einmal, 1984, alles war mit überdimensionierten Waschmittel-Packungen dekoriert, vielleicht weil Warhol immer mal vorbeischaute. Nicht natürlich, als ich da war, so dass ich auch der einzige bin, der zu Lebzeiten Warhols in New York war und trotzdem die Warhol-Anekdote nicht erzählen kann, wonach wer im Aufzug dem Künstler auf den Fuss tritt, sich entschuldigt und zur Antwort bekommt: «Don’t be sorry, be careful.»</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Wolfgang habe ich auch nicht gesehen, weil ich ihn ja noch nicht kannte. Aber er hat Warhol fotografiert, in einem der natürlich nicht völlig spontanen Schnappschüsse im Club, wo man selbstverständlich um Erlaubnis bitten musste. Und wiederum später in Farbe, Silberperücke vor strahlend dunkelblauem Hintergrund, gehängt als mehrere Streifen Kontaktabzüge, die nebeneinander laufen. Warhol guckt starr und das Künstliche und Gestellte und Gesuchte mit den kraftvollen Farben im Hintergrund wurde das Markenzeichen der Gesichter, die wie der Katalog bemerkt, eben gerade nichts über ihre Gesichtsbewohner verraten, gleich ob sie konkrete Bezüge zu deren Schaffen herstellen oder, wie etwa beim Wasserstoffbombenerfinder Edward Teller, ein herzliches Gartenidyll mit Hausdame zeigen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Viele Bilder sind fürs Magazin der FAZ entstanden, das nicht zuletzt für die Qualität eben der Bilder bekannt war, bis es 1999 eingestellt wurde. Das Ganze hat natürlich auch einen gewissen hofmalerischen Effekt, und allein die schiere Zahl der Celebrities aus Kunst, Kultur und Küche (wie, besonders super: Kochlegende Paul Prudhomme aus New Orleans) würde ganz ohne den sehr eigenen, kühlen Blick schon genug Respekt rechtfertigen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Nebendran, viel kleiner, sehr anders aber ebenfalls mit hohem Wiedererkennungseffekt, «Insight», die Nachtlebenbilder des US-Fotografen Jerry Berndt, die das Flüchtige, das Verwaschene, das Verstörte und Zerstörte der Nacht zeigen. Bin natürlich etwas durchgeeilt, weil ich von den Wowe-Bildern ganz geschafft war und dann zu fremdeln begann. Angeblich sollen an die tausend Leute in der grossen Empfangshalle gewesen sein, wo offiziell eröffnet wurde. Zum Tanz hat dann der Hell aus München aufgelegt. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Interessant, was man in der Stadt noch so findet. Nach dem Basketball mit einer Freundin und deren liebeskranker Freundin ein bisschen Bars kontrolliert und mitten im Prenzlauer Berg, wo es eigentlich keinerlei Ausländer, ausser an Universitäten lehrenden Amerikanern, gibt, auf pralles Balkan-Nightlife gestossen. In ein Café hinein, eine komische Treppe runter in einen niedren Keller – und da tanzte man dann kreischend zu den melodisch verdrehten (genau: melismatisch auf dem Ton eierenden) Balkan-Beats. Haarige Männer, haarige Frauen, auch mir stand postbasketballfönbedingt die Krause vom Kopf ab, so dass ich wohl gut passte. Sogar auf die Tanzfläche habe ich mich spät ziehen lassen. Vielleicht auch, weil der coole Keeper bis sechs mit Wein und Wodka um sich warf. Die anderen blieben aber viel länger.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Und am Samstag trotzdem beim ziemlich coolen Peter Fox gewesen. Und dort war es so: <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/1215/feuilleton/0006/index.html" target="_blank">Artikel lesen</a></span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das interessante Experiment: Morgens um drei, nach mehr als einem Jahrtausend mal wieder Kate Bush hören, «The Kick Inside». Hatte mich auf ihrer ersten Deutschlandtour verliebt. Zu jung, ach.</span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Heiratshilfe vs. Pseudometal</title>
		<link>http://blog.the-title.com/2008/12/12/heiratshilfe-vs-pseudometal/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Dec 2008 19:11:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.schneider</dc:creator>
		
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12.12.2008 / 10:15 Uhr: Es haben sich «The Women» dann wirklich als sehr doof erwiesen. Wass eigentlich egal wäre, wenn es sich dabei nicht um das Remake der wirklich grossartigen gleichnamigen Screwball-Komödie von George Cukor handeln würde. Dort gibt es scharfe, bissige, lustige Dialoge, die prachtvoll, wie es der Genrename will, hin und her geworfen werden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span>12.12.2008 / 10:15 Uhr:</span></strong><span> Es haben sich «The Women» dann wirklich als sehr doof erwiesen. Wass eigentlich egal wäre, wenn es sich dabei nicht<span id="more-62"></span> um das Remake der wirklich grossartigen gleichnamigen Screwball-Komödie von George Cukor handeln würde. Dort gibt es scharfe, bissige, lustige Dialoge, die prachtvoll, wie es der Genrename will, hin und her geworfen werden. Im Neuen nun traben die Frauen gefühlig und ehrgeizig durch den Film, der entscheidende Showdown ist ganz ausgespart und wenn man denken würde, der in den Dreissigern noch irgendwie festverankerte Klassendünkel werde hier nun in irgendeiner Form gebrochen oder wenigstens ironisiert, der wird auch enttäuscht. Gegen die akademisch gebildeten, aus altem US-Geldadel stammenden, mal eben eine (tatsächlich sehr schicke, beste Szene des Films) elegante Modelinie aus dem Boden stampfenden Society-Frauen gibt es nur treuherzige Aschenbrödels als Hausboten oder Ladenmädels als schrille Sexbiester auf der Suche nach einem Mann mit Platin-Karte. Dass sich die Welt der Klassen nicht weiter verändert hat – soit. Dass aber auch Filmemacher, als irgendwie kulturell interessierte Kultur- oder wenigstens Kunsthandwerkschaffende so flach denken. Das ist schon recht unschön. Dass man da auch ganz ohne Witz auskommt und das Update vermutlich darin gesehen wird, dass man sich mit den Worten «Ich kann Nägel aus einem Brett saugen» anpreist und der besten Freundin beim Gebären zuschaut. Plötzlich ist der Film dann aus. Und es bleibt der in jeder Weise unvorteilhafte Verdacht, das sei alles ernst gemeint, also im Sinne vage humoriger Lebens- und Liebeshilfe wie in «Sex &amp; the City» und solchart Fiktionen. Dass dies in den USA sowieso immer Heiratshilfe heisst, ist dabei noch nicht mal das albernste in diesem Filmchen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Danach irgendwie lustig sentimentalistischer finnischer Pseudometal von Lapko in der komischen Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg, laut, lärmend, verheult und gross gefühlt. 25 Zuschauer, die Hälfte sehr junge enthusiastische Frauen. Später in Kreuzberg wurde im Club 39 dann ein Prachtband mit Ankündigungsplakaten aus der 20-jährigen Geschichte meiner kleinen, verranzten Bar um die Ecke vorgestellt, die meist auf vorübergehende DJ-Namen und gefakte Anlässe und billigst gefälschte Szenen aus Welt und Werbung hinwiesen, in die sich die frisurentechnisch furchtlosen Betreiber hineinkopierten. Sehr lohnend, so albern wie die Bar improvisiert, die damals eröffnen musste, weil die Originalbesetzer-Bar zwei Eingänge weiter sich zu einer nicht so tollen, legalen Bierschenke vergrössert hatte. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Entsprechend und sehr ungewohnt voll war es jedenfalls vor dem kleinen Tresen und sogar Caspar Brötzmann, einer der tollsten Gitarristen der Welt und Sohn der teutonischen Axt-Legende Peter, war da, schön wie immer, und ist jetzt offenbar Vater. Während er in den letzten Jahren immer eher an Projekten mit etwa Sibylle Berg arbeitete, probt er nun wieder mit der Band, also Massaker. Das ist schön.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span>17:36 Uhr:</span></strong><span> Den Mittag etwas zerstreut nach Gedanken zu Fennesz gesucht und Glitch-Theoretisches in einem sehr hilfreichen Sammelband des Wire-Magazins namens «Undercurrents» gelesen, wo der Autor Rob Young von Thoreau über Attali zu Deleuze scharfe Geschütze auffährt, um vor allem den Gedanken weiterzutreiben, dass Oberflächen umso leichter zu deterritorialisieren seien, je glatter sie sind – also vor allem auf den Ursprung im Fehler, Zufall und Schaden zu verweisen bei Leuten wie den Pionieren von Oval. Fennesz allerdings arbeitet doch eher konstruktiv, mit Harmonien und Melodien – jedenfalls in Andeutung. Er komponiert, nur eben mit Material, das anderswo für schadhaft gehaltern wird.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Später kräftig beim Basketball rackern kann nicht schaden. Carmelo Anthony von Denver nacheifern, der gestern den Rekord von 33 Punkte in einem Viertel aufstellte.</span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Mysterien und Ohrenstrände</title>
		<link>http://blog.the-title.com/2008/12/12/mysterien-und-ohrenstrande/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Dec 2008 22:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.schneider</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[
10.12.2008 / 9:15 Uhr: Das Nette am Dasein als freier Schreiber: Den Tag vertrödeln mit Kaffeetrinken, Zeitunglesen und Fennesz-Hören, der nach längerer Zeit mal wieder eines seiner tollen Solo-Alben veröffentlicht hat. Ich denke gern, dass sich an seinen Alben «Endless Summer» und «Venice» auch Leute freuen können, denen solcherart ozeanisch frei flottierende Elektronik sonst wenig [...]]]></description>
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<p class="MsoNormal"><strong><span>10.12.2008 / 9:15 Uhr:</span></strong><span> Das Nette am Dasein als freier Schreiber: Den Tag vertrödeln mit Kaffeetrinken, Zeitunglesen und <span id="more-61"></span>Fennesz-Hören, der nach längerer Zeit mal wieder eines seiner tollen Solo-Alben veröffentlicht hat. Ich denke gern, dass sich an seinen Alben «Endless Summer» und «Venice» auch Leute freuen können, denen solcherart ozeanisch frei flottierende Elektronik sonst wenig sagt. «Black Sea» klingt im Verhältnis zunächst ein wenig sperrig, aber nur bis man sich darauf eingelassen hat. Denn Zeit braucht man schon für Fennesz – und natürlich für dieses abstrakte, Glitch genannte, Genre überhaupt.</span></p>
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<p class="MsoNormal"><span>Stand was in der Zeitung? Bernd Schuster ging, sphinxhaft schweigend, von Real fort, der Mysterien-Mann aus Augsburg.</span></p>
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<p class="MsoNormal"><span>Wer hat eigentlich, apropos Genre, und wann diese dräuende, harte, quasi-esoterische Neo-Noir erfunden, die ich mir vorgestern zunehmend verdriesslich in Form von „«Max Payne» (sprechende Namen sind doch eigentlich auch No-Go-Area, oder?) angeguckt habe. Ein ziemlicher Quatsch, dem ich vielleicht vor 15 Jahren oder so noch das strukturalistische Vergnügen abgewonnen hätte, dass Marky Mark – pardon, der christlich wiedergeborene Mark Wahlberg – tatsächlich nach maximalem Schmerz aussieht. Und nach nichts anderem, so konsequent behält er einen einzigen Gesichtsausdruck bei. Muss man auch erstmal können. Es ist ausserdem ästhetisches Programm. Das Mono-Fasziale (äh?) doppeln die Bilder, weil es immer mindestens regnet, wo nicht schneit; immer dunkel ist, ausser, klar, in den Rückblenden; und böse Schatten überall lauern, wenn sie sich nicht zu seltsamen, schwarzen Fledermausgeistern materialisieren. Der Reiz dieses gestalterischen Rigorismus verliert sich natürlich schnell und dann steht das Geschichtchen arg dünn und dümmlich da. Ich glaube ausserdem, dass Alan Parkers «Angel Heart» von 87 mit seinem verquasten, halb-rassistischen, satanistischen Voodoo-Gemystel und logischerweise Mickey Rourke zu den Vorboten gehört. Dann natürlich die ganzen «Matrices» und Comicverfilmungen bis zum andererseits auf barock-überfrachtete Weise wieder gelungenen «Dark Knight». Vielleicht kann man jetzt langsam mal damit aufhören? Oder eine Pause machen? Sich wenigstens Stories ausdenken? </span></p>
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<p class="MsoNormal"><strong><span>Am Ohrenstrand</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span>11.12.2008 / 14:00 Uhr:</span></strong><span> Gestern abend ging es dann zur ersten Ohrenstrand-Versammlung in den Pfefferberg (ein Kulturverein in Prenzlauer Berg), wo vor ausverkauftem Haus über Neue Musik und Pop zu sprechen war, mit Tocotronic als Pop-Attraktion und dem Kammerensemble Neue Musik (KNM) Berlin. Fürs Wort geladen waren Jens Balzer von der Berliner Zeitung, als Repräsentant der Pop-Intelligenz, die Tocotronics Rick McPhail und Arne Zank als Diskurs-Pop-Praktiker, und der Musikwissenschaftler Thomas Schäfer als Spezialist für die Neue Musik. Dazwischen fand sich «Aspekte»-Dame Luzia Braun für Moderation und «blonde Fragen» zuständig. Kollege Aram Lintzel fand hinterher lustig, wie Tocotronic neue Musik spielen mussten, aber eigentlich betonten sie in ihren lässig auf die kleine Bühne gesetzten beiden Stücken nur das Sonic-Youth-hafte ihrer immer feedback-lastigeren Musik. Im eleganten Kontrast dazu spielte eine Streich-Quartett-Formation des KNM ein Stück des amerikanischen Neutöners Alvin Lucier, das aus vier Tönen, halbtonhaft gestuft, bestand und zum Ziel hatte, diese zum Verschwinden zu bringen. Was höchst ansprechend und eindrucksvoll gelang. Physisch absolut höchstleistend zogen die Musiker stoisch ihre Bögen über die Saiten, und wurden dabei immer leiser und auch stets, streng nach Vorschrift, etwas dunkler. Erstaunliche Effekte ergaben sich über die etwa Viertelstunde, es erinnerte an Sinustöne, an rhythmisch gedehnte Amplituden, wie sie sich auch Elektroniker zunutze machen. Manchmal trafen sich die Töne schrill, dann wieder ergänzten sie sich auf eigenartige, zarte Weise. Tolles Stück, bei dem alle im Saal blieben. Luzia Braun wollte dann immer wissen, wie man das denn verstehen könne, weil es ja keine Melodie und Rhythmus gäbe? Worauf Schäfer stets abwiegelte und meinte, man solle das doch einfach voraussetzungslos geniessen, weil Komponisten auch nur Leute wären, die viel sagten und theoretisierten, wenn der Tag lang sei. Sinngemäss, natürlich. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Lucier kannte ich bisher nur von ein paar Field Recordings, auf denen recht apart Gletscherspalten knarren. Vier Töne vorgeben und damit spielen, erinnerte natürlich auch an Bach, Kunst der Fuge. Und so hätte man Frau Braun auch antworten können, dass auch die Funktionsharmonik nur erfunden und nicht göttlicher Wille oder naturhaft vorgeschrieben ist. Und also eine bürgerliche Gewohnheit, der man eine neumusikalische ja ohne weiteres an die Seite stellen kann. Es träfe sich ohnehin, so Jens Balzer, die geräuschaffine Popmusik mit den E-Experimentierern, sofern diese nicht ganz körperfeindlich agierten. Weshalb eben Lucier genauso sinnlich schön empfunden wurde wie die dicken Krachgitarren Tocotronics, aus denen sich dann die Harmonien schälten und der Gesang erhob. Einigkeit, dass Stockhausen nicht wirklich dazu gehörte, wie er immer mal in gelegentlichen humorlosen Auslassungen in «The Wire» und «Der Zeit» bewiesen hatte, wo er Technomusiker respektive ehemalige Schüler und Krautrocker zurechtwies. So etwa die Gedanken später beim Nörgelwirt, wo alle den Abend ausklingen liessen. Mir fiel noch eine liebe Morton Feldman-Anekdote ein, die er in seiner sehr charmanten Essaysammlung «Give My Regards to 8th Street» erzählt. Stockhausen habe ihn einst nach seinem Kompositions-Geheimnis gefragt. Er habe geantwortet: «Karl-Heinz, du darfst die Töne nicht bedrängen und schubsen.» Darauf nach einer Pause Stockhausen: «Nicht mal ein kleines Bisschen?»</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Gleich kontrollieren, ob «The Women» wirklich so blöd ist, wie alle schreiben.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p><!--EndFragment--> </p>
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		<title>Besser reich</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 17:13:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.schneider</dc:creator>
		
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9:03 Uhr: Schön, wie man manchmal am Wintermorgen den Winter sieht. Um neun sieht es draussen trotz Licht entwärmt aus, ein dünner Reif liegt weiss auf den Dächern, es wirkt übernächtigt. Im Winter scheint es länger zu dauern, bis die Leute auf die Strasse gehen. Selbst wenn so angenehm die Sonne sich ahnen lässt. In [...]]]></description>
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<p class="MsoNormal"><strong>9:03 Uhr:</strong> Schön, wie man manchmal am Wintermorgen den Winter sieht. Um neun sieht es draussen trotz Licht entwärmt aus, ein dünner Reif liegt weiss auf den Dächern, es wirkt übernächtigt. <span id="more-60"></span>Im Winter scheint es länger zu dauern, bis die Leute auf die Strasse gehen. Selbst wenn so angenehm die Sonne sich ahnen lässt. In Kreuzberg sind sie ja arbeitslos und müssen nicht.</p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Beim Zappen gestern ein wenig in «Californication» hängen geblieben. Nicht schnell genug nach «Shark» ausgeschaltet. Ich sollte mir das vielleicht doch mal als Staffel anschauen. Duchovny und McElhone kommen so freundlich normal verzweifelt verliebt daher. Allerdings meinte eine Bekannte, deren Urteil ich eigentlich vertraue und die aus Bettlägrigkeitsgründen eine Woche lang US-Serien staffelweise wegsah, es würde sich nicht lohnen. Immer wenn ich reinschalte, muss ich allerdings daran denken, wie ich einmal aus Berlinale-Begrüssungsgründen einen etwas spröden Moment mit einer angestrengten Natasha McElhone im Flughafen Tegel an der Gepäckausgabe sass. Nicht unfreundlich, und auch hochschwanger noch recht ätherisch und durchsichtig, in sich gekehrt. Hat am 14. Geburtstag.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Wissen, wann man besser den Mund hält.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span><strong>12:03 Uhr:</strong> Lange vor mich hin summend gerätselt, woher ich so vertraut die Harmonien von Brightblack Morning Lights «Another Reclaimation» kenne. «Stairway to Heaven», ausgerechnet, der Mittelteil, der eigentlich plötzlich etwas forscher wird, nur nicht bei den Brightblack-Hippies und ihrem Solarenergie-Trancerock, natürlich. Enge Tänze, die ersten Körper am Körper, ein Jahrtausend her.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span><strong>17:00 Uhr:</strong> Gestern zwar doch bei «Vicky Cristina Barcelona» amüsiert und den Verdacht der Altmänner-Phantasie tapfer verscheucht. Schliesslich sind nicht nur die Damen, sondern mindestens auch Bardem ziemlich appetitliche Geschöpfe. Ich war aber auch etwas fiebrig erkältet hinterher und von daher womöglich etwas urteilsbehindert. Die Klischees sind ja schon kaum erträglich. Hübsche Farben und tolles Licht allerdings. Vielleicht ja weniger eine Männerphantasie als eine Bestens-situierter-Künstler-Vision aus den Siebzigern? Oder nur wieder eine recht improvisierte New Yorker Tschechow-Variation Allens, dem es verständlich Spass macht, sich mit schönen Menschen zu umgeben? (Reich geht es eben doch besser.)</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>«Vicky Cristina Barcelona» – Filmkritik in TheTitle: <a href="http://www.the-title.com/ausgabe-122008-012009/film/vicky-christina-barcelona/vcb-1.html" target="_blank">hier</a></span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p><!--EndFragment--> </p>
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		<title>Verheult und erschüttert statt viagrahaft</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 01:15:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>markus.schneider</dc:creator>
		
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2:30 Uhr: «We&#8217;re gonna do this till they&#8217;re kickin&#8217; us out.» Common «Announcement».
 
9:30 Uhr: Erst am Wochenende den schönen Simon-Reynolds-Text zu Kanye West und Guns N&#8217;Roses angeschaut, auf den Tobias Rapp, zum Spiegel scheidender Popredakteur der taz, hingewiesen hatte. Reynolds vergleicht unter anderem auch den Aufwand an Zeit (Hundert Jahre GN&#8217;R vs. Dreieinhalb Wochen KW) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><strong>2:30 Uhr:</strong> «We&#8217;re gonna do this till they&#8217;re kickin&#8217; us out.» Common «Announcement».</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"><strong>9:30 Uhr:</strong> Erst am Wochenende den schönen Simon-Reynolds-Text zu Kanye West und Guns N&#8217;Roses angeschaut<span id="more-59"></span>, auf den Tobias Rapp, zum Spiegel scheidender Popredakteur der taz, hingewiesen hatte. Reynolds vergleicht unter anderem auch den Aufwand an Zeit (Hundert Jahre GN&#8217;R vs. Dreieinhalb Wochen KW) und Technik (6 Hilfstechniker und 1 Verantwortlicher bei GN&#8217;R!!). Woraus man schon schliessen kann, dass eben das eine eher krampfig geraten ist. Aber es geht eben auch um die Denaturalisierung des Sounds, vor allem die gelungene bei West.</p>
<p class="MsoNormal">(hier geht&#8217;s zum <a href="http://www.salon.com/ent/music/review/2008/11/29/kanye_gnr/" target="_blank">Reynolds Artikel</a>)</p>
<p class="MsoNormal"><span>Und dann geht es auch darum, wie sich West seinen Gefühlen stellt. Nämlich verheult und erschüttert im Gegensatz zum viagrahaft Phallischen von Axl Rose und Co. Reynolds trennt dennoch zwischen Technik und Ausdruck/ Inhalt. Mir selbst ist aufgefallen, dass ich in meinem eigenen West/ Common-Textlein nun nach Grace Jones schon zum zweiten Mal auf Formeln zurückgreife, die auf klagende, hybride Android/ Humanoid-Geschöpfe verweisen.</span></p>
<p class="MsoNormal">(hier gehts zum <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/spezial/kritiken/cds_dvds/115988/index.php" target="_blank">Artikel</a>)</p>
<p class="MsoNormal"><span>Könnte ja tatsächlich ein Thema sein, dass derzeit der Popkünstler sich den schweren Gefühlen (Trauer und Einsamkeit einerseits – in den Kanye-West-Grenzen, versteht sich; respektive Politverunsicherung und Lebensrückschau bei Grace Jones) nur noch maschinell gefiltert stellen kann. Hm. Kann natürlich auch einfach der Spass am Kontrast des technoiden Sounds zum Weich-Gefühlten/ Menschlichen der Stimme sein. Selbst Common geht ja mit Pharrell den Electro-Weg.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span><strong>16:05 Uhr:</strong> Eigentlich eher zufällig fügt sich eine kleine Retro-Obsession zu einer anstehenden Kritik. Weil ich in Krisenzeiten und daher im letzten Urlaub gerne auf Neil Youngs «On the Beach» zurückgreife («now I&#8217;m living down here on the beach/ but those seagulls are still out of reach») habe ich mich die letzten Wochen immer wieder zu Vergleichszwecken in sein Frühsiebziger-Gesamtwerk gehört. Das, man kann&#8217;s nicht anders sagen, jede Heldenverehrung rechtfertigt. Aber vor allem finde ich interessant, wie sich die Erschlaffung des aktuellen Albums<span> </span>von Brightblack Morning Light, «Motion to Rejoin», anhört, als hätte das gemischte Doppel weniger Mazzy Star, die sich ersteindruckshalber anbieten, als vielmehr irgendwelche Mittelteile aus Neil-Young-Gitarrensoli genommen und auf die Länge von Tracks ausgedehnt. Eine interessante Variante der bekannten Methoden, mit denen die Alternativ-Rockkultur die digitale Herausforderung annahm. Interessant war dann gestern Nacht auch, dass sich diese ruhige und atmosphärische Musik, die natürlich aus psychedelischer Perspektive die Wahrnehmung - in diesem Fall quasimikroskopischer Solo-Partikel – aufbläst, praktisch gar nicht zum Spaziergang in die Kneipe eignet, weil die Wirkung sich erst nach ungefähr einer halben Stunde zu entfalten beginnt. Was andererseits ja für jede Rauscherfahrung gilt. Nicht sicher bin ich noch, ob sich diese lohnt oder nicht doch eher interessant langweilig ist.</span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>TheTitle nun auch auf Facebook</title>
		<link>http://blog.the-title.com/2008/11/13/thetitle-nun-auch-auf-facebook/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Nov 2008 20:40:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rudolf.amstutz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[360°]]></category>

		<category><![CDATA[Autoren]]></category>

		<category><![CDATA[Rubriken]]></category>

		<category><![CDATA[Rudolf Amstutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Freunde, Leserinnen und Leser sowie Supporter von TheTitle treffen sich nun auch auf Facebook unter der Gruppe «TheTitle – TheKulturleser». Direktes Feedback mit der Redaktion, Zugang zu allen Ausgaben des Jahres sowie Möglichkeiten zum diskutieren kultureller Themen. Wer sich noch nicht bei Facebook angemeldet hat oder noch nicht Mitglied von «TheTitle – The Kulturleser» ist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freunde, Leserinnen und Leser sowie Supporter von TheTitle treffen sich nun auch auf Facebook unter der Gruppe «TheTitle – TheKulturleser». <span id="more-58"></span>Direktes Feedback mit der Redaktion, Zugang zu allen Ausgaben des Jahres sowie Möglichkeiten zum diskutieren kultureller Themen. Wer sich noch nicht bei Facebook angemeldet hat oder noch nicht Mitglied von «TheTitle – The Kulturleser» ist, sollte dies schleunigst tun. HIer geht es direkt zur Gruppe <a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=38586205425" target="_blank">«TheTitle – TheKulturleser».</a></p>
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		<title>Ab kommenden Montag im Netz: TheTitle 11/2008</title>
		<link>http://blog.the-title.com/2008/11/07/ab-kommenden-montag-im-netz-thetitle-112008/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 08:18:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rudolf.amstutz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aus den Städten]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Montag ist es soweit: die neue Ausgabe von TheTitle geht online.
Mit unter anderen folgenden Themen:
Interviews mit den Autoren Sven Regener und Sadie Jones sowie dem Fotografen Michele Alassio.
Ein ausführliches Gespräch mit Musiker Robert Wyatt.
Neue Comics auf Deutsch von Rutu Modan, Kiriko Nananan und Adrian Tomine.
Das November-Dossier ist dem Musiker, Künstler und Theoretiker Brian Eno gewidmet.
Und zum Abschluss der US-Wahlen 2008: die letzte Folge unserer «Wahlkampfzentrale» [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="Text12_bold"><strong>Am Montag ist es soweit: die neue Ausgabe von TheTitle geht online.<span id="more-57"></span></strong></span><strong><br />
</strong>Mit unter anderen folgenden Themen:</p>
<p>Interviews mit den Autoren <span class="Text12_bold">Sven Regener </span>und <span class="Text12_bold">Sadie Jones </span>sowie dem Fotografen <span class="Text12_bold">Michele Alassio</span>.<br />
Ein ausführliches Gespräch mit Musiker <span class="Text12_bold">Robert Wyatt</span>.<br />
Neue Comics auf Deutsch von <span class="Text12_bold">Rutu Modan, Kiriko Nananan</span> und <span class="Text12_bold">Adrian Tomine</span>.<br />
Das November-Dossier ist dem Musiker, Künstler und Theoretiker <span class="Text12_bold">Brian Eno</span> gewidmet.<br />
Und zum Abschluss der US-Wahlen 2008: die letzte Folge unserer «Wahlkampfzentrale» sowie neuen Kolumnen aus Berlin, London und Wien.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>US-Election 2008: President Obama</title>
		<link>http://blog.the-title.com/2008/11/05/us-election-2008-president-obama/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 07:50:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rudolf.amstutz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[360°]]></category>

		<category><![CDATA[Autoren]]></category>

		<category><![CDATA[Rubriken]]></category>

		<category><![CDATA[Rudolf Amstutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einem überwältigenden Sieg ist Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA gewählt worden. Ein historisches Ereignis, dessen Auswirkungen auf Amerika und den Rest der Welt nicht unterschätzt werden darf.

Die jüngeren Generationen werden sich wohl oft die Frage gestellt haben, wie es wohl war, Zeuge eines historischen Ereignisses gewesen zu sein. Als John F. Kennedy [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit einem überwältigenden Sieg ist Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA gewählt worden. Ein historisches Ereignis, dessen Auswirkungen auf Amerika und den Rest der Welt nicht unterschätzt werden darf.<span id="more-56"></span><br />
</strong></p>
<p>Die jüngeren Generationen werden sich wohl oft die Frage gestellt haben, wie es wohl war, Zeuge eines historischen Ereignisses gewesen zu sein. Als John F. Kennedy Präsident wurde. Als eine Million Menschen nach Washington pilgerte, um die berühmten Worte von Martin Luther King jr. zu hören. Als der erste Mensch den Mond betrat. Oder Nelson Mandela Präsident Südafrikas wurde. Die Mauer in Berlin fiel. Die bittersüsse Tragik eines solchen Momentes ist das Gefühl zu wissen, dass man Zeuge einer ausserordentlichen Situation geworden ist. Sie aber im Moment des Stattfindens eine fast surreale Qualität entwickelt. Es wird immer so sein, dass man erst im Rückblick und in der Erzählung dieser Ereignisse gegenüber den nachkommenden Generationen der Grösse des Augenblicks vollständig gewahr wird. Die USA hat einen schwarzen Präsidenten. Nichts wird mehr sein, wie es einmal war. Mehr darüber im kommenden TheTitle, der Ende dieser Woche erscheinen wird.</p>
<p>Hier die Rede des neu gewählten Präsidenten im Grant Park in Chicago:</p>
<p> <iframe height="339" width="425" src="http://www.msnbc.msn.com/id/22425001/vp/27546437#27546437" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p> </p>
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